@Jogi with Löw 01.07.10
Lieber Joachim, Jogi, Du,
kurz vor dem Anstoss zum Viertelfinale gegen die Argentinier wird es Zeit, mich vor Dir in aller Demut in den imaginären Staub zu schmeissen - Dir den falschen Zwanziger zu machen.
Auch ich gehörte vor der WM zu Deinen schärfsten Kritikern, hatte gar nach dem gescheiterten Vertragskasperletheater auf deinen Rauswurf, das Jogische Fliegen gehofft. Und als Du noch Kuranyi allein zu Haus gelassen, Hummels und Höwedes überhaupt nicht berücksichtigt hast, hatte ich Dir die Pest an den Hals gewünscht. Also, so was wie den Gomez.
Was sollte ich denn auch anderes denken, Joachim, Jogi, Du? Wenn so ein ausgewiesener Fachmann wie Du im Werbespot Kosmetikprodukte auf einem Fließband aufstellt, bleibt doch nur die logische Schlussfolgerung übrig: Mit Flaschen kennst Du dich aus! Das ist Dein Nivea äh Niveau.
Aber Du hast Dich von den verbalen Blutgrätschen deiner Kritiker nicht umholzen lassen. Auch der schlimmste Gegenwind ist an Deinem Beton-Scheitel abgeprallt. Selbst Einwürfe der geballten Fußball-Prominenz haben Dich wie im Fall Kuranyi nicht zu einem Rückfallzieher bewegen können. Da war klar: Den Löw in seinem Lauf hält weder Callmund noch Beckenbauer auf.
Du hast immer an Deine Vereins-Reservisten geglaubt - wie Klose und Gomez, die Bankdrückerkolonne vom FC Bayern. Du hast Lahme wieder zum Laufen gebracht - für Dich war Podolski kein Kind der Null-Geißbock-Generation. Du hast in Südafrika alle Stammtischtrainer verstummen lassen, Du hast immer die richtige Wahl getroffen - mal abgesehen von dem hässlichen blauen Pullover, den Du am Spielfeldrand spazieren trägst.
Und wenn Du jetzt auch noch die Primaradona vom Rio de la Plata und seine Gauchos schlägst, dann ist nicht nur die Messi gelesen, sondern Du hast auch Deinem letzten Kritiker ordentlich das Maul gestopft. Ja, dann bist Du für mich die einzig` wahre Hand Gottes, Joachim, Jogi, Du!




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