ERLESENES: Cormac McCarthy, Die Straße 22.03.11
Es gibt schon richtig gute Bücher. Dazu gehört auch zweifelsfrei das 2007 mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnete Werk von Cormac McCarthy. Die düstere Endzeitstory packt einen sofort wie Treibsand und lässt einen auch nicht los, wenn man das Buch schon längst wieder zur Seite gelegt hat.
„Die Straße" erzählt die Geschichte von einem verbrannten Amerika, das in Schutt und Asche liegt. Nur noch wenige Menschen sind am Leben - mehr oder weniger. Darunter auch ein Vater und sein Sohn, die nach dem Freitod der Mutter sich jetzt alleine durchschlagen müssen. Sie wollen zur Küste, auch wenn sie nicht wissen, was sie dort erwartet. Es ist kalt, sie haben Hunger. Dazu kommt die ständige Angst von marodierenden Kannibalen und Sklavenhaltern entdeckt und aufgegriffen zu werden. Und obwohl sie tagtäglich mit den Widrigkeiten des Überlebens kämpfen müssen, versuchen sie sich etwas zu bewahren: Das Feuer der Menschlichkeit.
Das düstere Szenario mag vielleicht den einen oder anderen vom Kauf des Buches abschrecken, aber ich kann es nur wärmstens empfehlen. Der herzzereißende Umgang von Vater und Sohn ist so voller Liebe, dass die Weltuntergangsstimmung, die natürlich allgegenwärtig ist, nicht wirklich beim Lesen aufkommen will. Man will an das Gute glauben, selbst wenn man schon längst begriffen hat, dass es gar kein Happy end geben kann.
Und dennoch schafft es dieser wunderbare Autor, Cormac McCarthy, den Leser auf seine Odysse mitzunehmen ohne ihn hoffnungslos zurückzulassen. Es ist zum Weinen schön, ohne kitschig zu sein. Ein wahres Meisterwerk.


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