Texte alternatif

JÖRG

Mittlerweile bin ich über 40 und immer noch erfolglos ... auf der Suche nach meiner wahren Bestimmmung. Angefangen habe ich als „Autordidakt“, war Gagschreiber für „Hurra Deutschland“ und die „RTL-Nachtshow“ mit Thomas Koschwitz. Dann wurde ich von EinsLive entdeckt und zum Berufsjugendlichen umgeschult. Kurz nach der Trennung von Robbie und Take That wäre ich um ein Haar Fernsehstar geworden, aber nach vier Beiträgen für das ARD-Morgenmagazin hatte ich keine Lust immer so früh aufzustehen, um meine Beiträge zu sehen und arbeitete fortan wieder im Verborgenen. Für WDR2.

Schon folgte die nächste Trennung: die des deutschen Volkes von Helmut Kohl. Es begann die Zeit der „Gerd-Show“. Ich wurde sein persönlicher Referent und steuerte in mehr als vier Jahren unzählige Folgen bei - einige davon wurden sogar gegen mich für die Nachwelt auf die „Gerd-Show“-CDs gebrannt. Übrigens: Seit dieser Zeit bezeichne ich mich auch gerne als „gefühlter“ Deutscher Comedypreisträger.

Dann kam Trennung Nr. 3: Ich von Gerd. Der WDR lässt mich zum Glück nicht im Sauren Regen stehen und schickt mich zur Resozialisierung auf die Straße. Seitdem lungere ich in den Fußgängerzonen des Ruhrgebiets herum und pumpe ahnungslose Passanten an: „Ey, haste mal `nen O-Ton?“ Vom WDR2-Mittagsmagazin erhalte ich dafür die verdiente Auszeichnung: „König der Umfragen!“ (Ich warte immer noch auf die Urkunde, Robert!) Und wenn Sie in ein paar Jahren einen alten Mann durch die Gassen des Ruhrpotts schlurfen sehen, der sich mit einer Hand am Mikrofon festhält und mit der anderen am Rollator, dann werde das höchstwahrscheinlich ICH sein. Keine Angst: DER WILL NUR FRAGEN!